Filmarten

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1. Das Filmdokument

Beim Filmdokument handelt es sich um originales Bildmaterial, das in keinerlei Weise bearbeitet, kommentiert, geschnitten oder verändert worden ist (z.B. Filmaufnahmen erstellt von der Wehrmacht). Es darf keinerlei Kommentierung, Ton, Schnitt oder Text u.ä. nachträglich hinzugefügt  oder Kürzungen (z.B. bei Reden) vorgenommen worden sein.

Wie bei einer "normalen" Textquelle muss eine innere und äußere Quellenkritik durchgeführt werden (Filmwissenschaftler differenzieren nach anderen strengen Kriterien wie z.B. der Kameraführung )

 

2. Der Dokumentarfilm

Diese Gattung versucht die Reproduktion historischer Wirklichkeit unter bestimmter thematischer Schwerpunktsetzung, wobei sich der Dokumentarfilm  einzelner Filmdokumente oder Auszügen aus solchen bedient.

Der Dokumentarfilm kommentiert und interpretiert die Bilder und Sequenzen der Filmdokumente (z.B. die Sendereihen von Guido Knopp). Der gesprochene Kommentar, der zur Interpretation, Erläuterung oder erklärenden Verknüpfung der Filmdokumente dient, kann ergänzt werden durch Schnitte der Filmdokumente, Musik-, Text- und Graphikeinblendungen, Standphotos, Zeitzeugenaussagen,, die die Intentionen des Films - Aufklärung, Information, kontroverse Darstellung - verstärken.

 

3. Der Unterrichtsfilm

Unterrichtsfilme sind speziell auf den schulmäßigen Wissens- und Bildungserwerb ausgerichtete Medien, die einen deutlich begrenzten, auf Lehrpläne ausgerichteten  Lerninhalt vermitteln und nach bestimmten didaktischen Gesichtspunkten aufgebaut sind.

Ältere Unterrichtsfilme zeichnen sich durch sachliche Strenge, geringe gestalterische Mittel, durch stark belehrender Tendenz aus. Der Ton des Unterrichtsfilm überdeckt häufig den Originalton des Filmmaterials ("Off-Kommentar").

Neuere Unterrichtsfilme zeigen eine Abkehr von den starren Präsentationsformen älterer Filme. Beeinflusst durch die angelsächsische Filmdidaktik integrieren die Filme szenisches Spiel, filmquellenkritische Rekonstruktionen, Reportagen z.B. von Ausgrabungen oder über Forschungsarbeiten mit filmischem Material von Zeitzeugen.

 

4.. Der Spielfilm

Im Gegensatz zu den drei zuvor genannten Filmarten zeichnet sich der Spielfilm durch den fiktionalen Charakter aus.

Von besonderem Interesse  sind Spielfilme mit historischen Inhalten, "Historische Spielfilme", wobei der Gegenstand des Filmwerkes ein historisches Ereignis, ein Ablauf, eine Zeitepoche u.ä sein kann, auf jeden Fall muss die Handlung des Film in der Vergangenheit angesiedelt sein. Davon zu unterscheiden sind Spielfilme, die aus einer bestimmten historischen Epoche stammen und in dieser Form selbst ein historisches Zeugnis darstellt. Bekannte Kategorien sind: historischer Spielfilm, historischer Abenteuerfilm, historischer Ausstattungsfilm, Legendenfilme, Propagandafilme.